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Das Markgräflerland - Terroir und Weinbau

Wo ist das Markgräflerland?
Der Name "Markgräflerland" entstand vor etwa 100 Jahren und bezeichnete den südlichen Teil der Markgrafschaft Baden-Durlach. Heute wird das gesamte Rebland, das sich rechts des Oberrheins vom Grenzacher Horn bei Basel bis zum Freiburger Vorort St. Georgen erstreckt, Markgräflerland genannt. Etwa 2400 Hektar Rebland sind hier auf den Hügeln zwischen Schwarzwald und Oberrhein verteilt.

Geographie und Klima
Die Burgundische Pforte zwischen Jura und Vogesen erlaubt den südwestlichen Winden vom Mittelmeer den freien Durchzug in das Tal des Oberrheins. Bis zum Kaiserstuhl, der sich ihnen in der Höhe von Freiburg in den Weg stellt, tragen sie mediterrane Wärme und Sandstaub aus der Sahara heran, aus dem sich zum Teil die Lößböden der Region gebildet haben.

Das Markgräflerland liegt auf der Windseite des Schwarzwaldes. Die südwestlichen Winde vom Mittelmeer und die westlichen vom Atlantik laden einen Teil ihrer Wasserfracht an den Hängen dieses Mittelgebirges ab, so daß die Markgräfler Reben in der Regel immer mit genügend Wasser versorgt sind. Trotz der reichlichen Regenfälle an der Mittelgebirgsflanke ist das Klima hier im äußersten Südwesten des Landes für deutsche Verhältnisse ausgesprochen mild. Die Winter sind hier kürzer, die Sonne scheint öfter und länger als in den anderen Regionen. Dementsprechend erreichen die Trauben einen recht hohen Zuckergehalt. Nicht ohne Grund liegen das Markgräflerland und Baden in der europäischen Weinanbauzone B, zusammen mit der Champagne, dem Elsaß oder dem Loire-Tal; alle anderen deutschen Anbaugebiete liegen in der Zone A.

Die Böden des Markgräflerlandes bestehen überwiegend aus Lehm und Löß, Gneis und Kalkböden kommen ebenfalls vor. Die geologische Unterlage, meist Muschelkalk aus dem Tertiär, tritt an einigen Stellen an die Oberfläche und reichert als Verwitterungsgestein die tieferen Schichten an. Die Rebflächen liegen überwiegend im sanft gewellten Hügelland der Vorgebirgszone, zwischen 220 und 450 Meter über dem Meeresspiegel. Echte Steillagen sind weniger häufig; Weinbau in Flachlagen findet man andererseits überhaupt nicht.

Was hat das Markgräflerland dem Weinkenner zu bieten?
Typischerweise natürlich den Gutedel. Eine robuste und ertragreiche Traube, die sich in Weinberg und Keller unkompliziert gibt, und ebenso unkomplizierte Weißweine liefern kann. Sie wird deshalb gern und viel zu eher schlichten Schoppenweinen verarbeitet. Doch bei entsprechender Behandlung lassen sich aus ihr eben auch hervorragende, interessante Weine mit einer ganz eigenen Note keltern - Weine, wie es sie nirgendwo anders gibt.

Die Familie der Burgundertrauben ist heute im Markgräflerland ebenso weit verbreitet wie der Gutedel. Weiß-, Grau- und Blauer Spätburgunder fühlen sich hier - kaum 300 Kilometer von der Urheimat entfernt - sichtlich wohl. Das wachsende Qualitätsbewußtsein vieler Markgräfler Winzer hat in den letzten Jahren zu immer hochwertigeren Ergebnissen bei diesen klassischen Sorten geführt.

Und dann gibt es natürlich noch viele andere - unterschätzte, halb vergessene, langsam aussterbende ebenso wie neu aufkommende Sorten und flüchtige (?) Modeerscheinungen: den unvermeidlichen Müller-Thurgau, den gelegentlichen Riesling, den verkannten Nobling, den (leider) verschwindenden Silvaner, den seltenen Muskateller, den roten Hoffnungsträger Regent, auch die allgegenwärtigen Chardonnay, Sauvignon Blanc, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Selbst ein Nebbiolo wächst im Markgräflerland.

Bei den Klassikern wie bei den seltenen Exoten gibt es viel zu entdecken! Lassen Sie sich dabei von uns informieren und anregen.