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Neues über Wein aus dem Markgräflerland - Dezember 02

 

Markgräfler im Gault Millau-Aufwind
Cuvée mit fünf Sternen
Offensives Mittelfeld
Rotweine fürs Weihnachtsmenü
Herbst 2002 – ein Markgräfler Fazit
Termine

 

Markgräfler im Gault Millau-Aufwind
Im neuen Gault Millau Wein Guide Deutschland 2002 haben die Markgräfler Winzer in der Bewertung deutlich zugelegt.
Neu dabei in der Kategorie „Empfehlenswerte Weingüter“ sind Josef Walz (Heitersheim), Probst (Grunern) und Fritz Wassmer (Schlatt). Martin Wassmer (Schlatt) und die Winzergenossenschaft Haltingen sind aus dem Stand in die Kategorie „Eine Traube“ aufgestiegen.

Sechs Weingüter, die bereits im letzten Führer genannt wurden, konnten ihre Positionen verbessern.
Von empfehlenswert auf eine Traube: Zähringer (Heitersheim), Huck-Wagner (Efringen-Kirchen).
Von einer auf zwei Trauben: Jähnisch (Ehrenkirchen), WG Britzingen.
Von zwei auf drei Trauben: WG Pfaffenweiler, Lämmlin-Schindler (Mauchen).

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Cuvée mit fünf Sternen
Nachdem der sortenreine Ausbau in Deutschland lange Zeit als sakrosankt galt, versuchen sich neuerdings immer mehr deutsche Winzer an der Kunst des Verschneidens. Das tun sie mit Erfolg und gelegentlich preisgekrönt: Die Zeitschrift „selection“ verlieh dem 2000er „Villa Urbana Cuvée QbA trocken“ in ihrem Cuvée-Test mit fünf Sternen die Höchstnote. Diese Rotwein-Cuvée wird aus Regent, Cabernet Mitos und Spätburguder gekeltert. Die Jury befand: „Sehr klare, angenehme Nase, gut eingebundene Tannine, sehr dicht und elegant, hat noch eine große Zukunft.“

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Offensives Mittelfeld
Meist sind es nur die Stellen hinter dem Komma, die die Siegerweine von denen in der zweiten Reihe trennen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Gewächse, die gleich hinter den Spitzen im „offensiven Mittelfeld“ zu finden sind. Sie sind auch nicht dem preistreibenden Effekt namhafter Auszeichnungen ausgesetzt.

Drei Markgräfler Weine waren im Pinot Cup des „Wein Gourmet“ im Halbfinale vertreten:

Weingut Heinemann 2000 Scherzinger Batzenberg Spätburgunder Rotwein QbA Barrique trocken, 1999 Blauer Spätburgunder "Selection Rhini", Weingut Ziereisen, Efringen-Kirchen und 2000 Schlatter Spätburgunder S.W Weingut Martin Waßmer, Bad Krozingen-Schlatt.
Der Spätburgunder von Heinemann ist auch beim Deutschen Rotweinpreis unter die ersten 20 gekommen und als sehr gut bewertet worden. Wir beschreiben ihn näher in unserer nächsten Meldung, siehe unten

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Rotweine fürs Weihnachtsmenü
In unserer ersten Ausgabe berichteten wir über die Baden-Reise der Sommelierunion und versprachen, einige der dort verkosteten Weine hier vorzustellen. Zur Jahreszeit passend wollen wir mit einigen Roten beginnen, die die Weihnachtsgans oder andere winterliche Speisen begleiten können.

2001 Blauer Spätburgunder Qualitätswein
Weingut Ziereisen, Efringen-Kirchen
5,30 Euro
www.weingut-ziereisen.de
Der „kleine“ Ziereisen-Spätburgunder überrascht nicht nur mit seinem günstigen Preis, sondern auch mit einer sehr schönen Burgundernase. Leder-, Tabak- und Zedernholzaromen mischen sich mit deutlichen Fruchtaromen. Gut eingebundene, präsente Tannine, kräftige Säure und eine leicht herbe Bitterkeit machen ihn trotz seines eher schlanken Körpers und nur 12,5 % Alkohol zu einem breit einsetzbaren Begleiter von kräftigen Fleischgerichten.

2000 Pinot Noir Qualitätswein
WG Ehrenstetten
8,20 Euro
www.ehrenstetter-winzerkeller.de
Trotz des französischen Namens ist der Ehrenstetter Pinot eher ein Vertreter der Markräfler Spätburgundertradition. Die anfangs dezente, „helle“ Nase wird nach einigen Minuten „dunkler“, die typischen Fruchtaromen treten deutlich hervor. Im Mund präsentiert er sich rund, weich, fruchtig und saftig. Holz und Tannine bleiben dezent im Hintergrund, die feine Säure drängt sich ebenfalls nicht nach vorn. Auch dieser Wein ist universell einsetzbar, für alle Arten von Braten, Filets, Grillfleisch und natürlich zur Weihnachtsgans.

2000 Spätburgunder Qualitätswein
Weingut Heinemann, Scherzingen
11,30 Euro
www.weingut-heinemann.de
Dass dieser Spätburgunder zu den besten in Deutschland gehört, ist anderen schon bei verschiedenen Verkostungen aufgefallen (siehe oben). Er duftet stark und „süß“ nach dunklen Früchten und Dörrobst, der deutliche Holzton ist schon in der Nase zu spüren. Im Mund präsentiert sich das Holz ebenfalls kräftig, aber gut eingebunden, so dass es den Fruchtaromen nicht im Weg ist. Der ideale Wein zum Wild oder zur Gans, besonders wenn sie mit einer fruchtig Füllung gebraten wurde.

2000 Blauer Spätburgunder Qualitätswein „Tschuppen“
Weingut Ziereisen, Efringen-Kirchen
10 Euro
www.weingut-ziereisen.de
Der „große“ Ziereisen unserer kleinen Verkostungsrunde bringt die Handschrift des Winzers noch deutlicher ins Glas. Der Burgunder riecht und schmeckt sehr „burgundisch“, sehr dicht, kompakt, mit kräftigem Lederton und der Ziereisen-typischen Erdbeernote. Die Kohlensäure ist noch deutlich spürbar, die Säure ist kräftig. Obwohl durchaus schon trinkreif, werden ihm ein zwei Jahre im Keller nicht schaden. Wer ihn schon jetzt öffnen will, kann dies mit besonderem Genuss zu dunklem Fleisch und scharf Gebratenem tun.

1999 Cabernet Sauvignon Qualitätswein „Primus“
WG Pfaffenweiler
10,40 Euro
www.wg-pfaffenweiler.de
Es gibt auch im Markgräfler Land Alternativen zum Spätburgunder. Sortentypisch ist das Bukett von roten und schwarzen Johannisbeeren bestimmt, im Mund gesellen sich Trockenfrüchte, Lakritz und eine pfeffrige Note dazu. Trotz 14 % (!) Alkohol ist dieser Wein keine Bombe, sondern ausgesprochen frisch, mit einem schönen Körper. Er passt gut zu hellen Fleischsorten, aber auch zu Reh. Wir fanden, dass der 99er dem (teureren) 2000er deutlich überlegen ist.

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Herbst 2002 – ein Markgräfler Fazit
Dieses Jahr werden die Markgräfler Winzer nicht so schnell vergessen. „Das absolut schlechte Wetter im Herbst hat uns Winzer schier zur Verzweiflung getrieben“, fasst Hilke Marget (Weingut Marget, Heitersheim), die Gemütslage zusammen. Bis Mitte September hatte es eigentlich sehr gut ausgesehen – ein eher feuchter Sommer hatte die Trauben gut versorgt, viel Sonne im Spätsommer sorgte für große und berechtigt scheinende Erwartungen.

Doch dann kam der Dauerregen. Im nassesten Oktober seit Menschengedenken saßen die Weinbauern öfter auf Kohlen zu Hause, als dass sie im Weinberg die Lese dirigierten. Mit jedem Schauer gingen die Öchslegrade in den Keller, nahm der Pilzbefall zu. Wer zumindest trockenes Lesegut ernten wollte, musste warten können. Und wer sogar Prädikatsweine erzielen wollte, musste neben der Geduld auch noch viel Gottvertrauen aufbringen.

Wer die Nerven dazu hatte, wurde schließlich belohnt. Der Sturm „Jeanette“ blies am letzten Oktoberwochenende die Wolken davon und brachte warme Luft aus dem Süden mit. Eine Woche Föhn sorgte nun endlich für die Bedingungen, auf die die Winzer gewartet hatten. Eine hohe physiologische Reife bei ausreichendem, aber nicht allzu hohem Zuckergehalt der Trauben war die Belohnung für Sitzfleisch und Nervenstärke.

Geduld allein hätte allerdings nicht gereicht, die richtige Vorarbeit war genauso wichtig: „Die große und unschöne Fäulnis musste konsequent auf den Boden geschnitten werden. Wenn man entsprechend sauber gelesen hat, konnte man gut ausgereiftes Traubenmaterial lesen, mit ausgeglichener und harmonischer Säure“, fasst Achim Jähnisch (Weingut Jähnisch, Ehrenkirchen) zusammen.

Dieser Tenor ist aus allen Antworten der befragten Winzer herauszuhören. Wer gut vorgearbeitet hatte und lange genug abwartete, konnte vielversprechende Kabinett- und Spätlesequalitäten ernten, selbst Auslesen gab es einige. Bei den Roten berichten die Winzer von auffallender Farbintensität: „Durchweg farbstark und feine reife Tannine“, lautet die Zusammenfassung von Fritz Deutschmann (Blankenhorn, Schliengen). Ulrich Bernhart (H. Schlumberger, Laufen) berichtet von „sehr gut strukturierten Rotweinen, mit einer bei uns noch nie dagewesenen Farbe.“

Die Weißen zeigen sich ebenfalls mit Potenzial: feinfruchtig und elegant, eher filigran und schlank, wie Hilke Marget zusammenfasst: „Die Weine sind von einer frischen, lebendigen Säure, zeigen ganz klassisch ihren Sortencharakter und haben viel Spiel. Sie sind klar und geradlinig, ohne die „fetten“ Komponenten der Vorjahre.“ Ulrich Bernhart macht ebenfalls den Anhängern der leichteren Weißen Hoffnung: „Kräftige weiße Burgunder mit viel mineralischer Struktur ohne zu viel Alkohol.“ Selbst das Sorgenkind Gutedel – die Sorte hatte besonders unter dem Regen zu leiden – hat die Kurve noch gekriegt und verspricht elegante, schlanke Kabinettweine.

Die Mostgewichte wiesen schon vor der (in diesen Tagen möglich erscheinenden) Eisweinlese eine enorme Schwankungsbreite auf: von knapp 60 bis fast 200. Die WG Britzingen konnte einen Chardonnay mit 198 Oechsle hereinholen. Der Anteil der Prädikatsweine liegt etwas über dem Durchschnitt, die Gesamtmenge deutlich darunter. Hier machen sich die Ertragseinbußen durch Fäulnis und Pilzbefall bemerkbar. In manchen Anlagen betrugen sie bis zu 50 Prozent.

Insgesamt: Wohl kein Jahrhundertjahrgang, aber ein durchaus guter. Die roten 2002er könnten noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Die Weißen werden vor allem die Freunde schlanker, eleganter Weine erfreuen können, die in den vergangenen „fetten“ Jahren etwas zu kurz gekommen sind.

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Termine

25.Dezember
16 Uhr, im Waldhotel Sulzburg

Spätburgunder aus dem Markgräfler Land
Weinprobe mit Erläuterungen von Weinfachberater Sigbert Hiss
Anmeldung: 0 76 35 - 82 68 91
(pro domo)

30.Dezember
16 Uhr, im Waldhotel Sulzburg

Weiße Burgundersorten aus dem Markgräfler Land
Weinprobe mit Erläuterungen von Weinfachberater Sigbert Hiss
Anmeldung: 0 76 35-82 68 91
(pro domo)

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