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Neues über Wein aus dem Markgräflerland - Februar 03

 

Auggener im Vergleich
Internationaler Preis für Zähringer
Erfolgreiches Jahr für die WG Britzingen
Crémant aus Haltingen
Alte Gutedel überraschen mit Frische und Fruchtigkeit
Termine

 

Auggener im Vergleich
Die neueste Ausgabe der Weinzeitschrift „Alles über Wein“ beschäftigt sich mit Winzergenossenschaften in Baden. 150 Weine wurden dazu verkostet. Die Winzergenossenschaft Auggen errang bei den Weißweinen mit dem 2001er Auggener Schäf Chardonnay Auslese trocken - im Barrique ausgebaut - mit 92 Punkten den ersten Platz. „Das Sahnehäubchen im Test, ein fulminanter, reifer und vielschichtiger Wein von herausragendem internationalem Niveau“.

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Internationaler Preis für Zähringer
Beim Internationalen Weinpreis der Messe „Biofach 2003“ errang die „Edition Zähringer Löwe Nr. 24“ Spätburgunder Auslese 1999 in der Kategorie Rotwein „Gold - für den 1. Preis“. Damit erhielt erstmals ein deutscher Rotwein beim diesem Weinpreis, der jährlich zur Biofach-Messe ausgeschrieben wird, gegen starke internationale Rotweinkonkurrenz den ersten Platz. Verkostungsleiter Martin Darting fand im Vergleich zu den Vorjahren ein „deutlich höheres Niveau in der Spitze“.

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Erfolgreiches Jahr für die WG Britzingen
Die Winzergenossenschaft Britzingen konnte im vergangenen Jahr ihren Absatz um 3,3 Prozent auf 1,46 Millionen Liter steigern und erreichte damit einen Umsatz von 4,53 Millionen Euro. Das sind 3,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings stiegen gleichzeitig auch die Kosten pro erzeugtem Liter Wein um 3,7 Prozent. Wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen habe die außergewöhnliche Weinqualität des Jahrgangs 2001 sowie nationale und internationale Auszeichnungen für die Britzinger Weine, so der geschäftsführende Vorstand Achim Frey in der Generalversammlung der Genossenschaft.

Höhepunkte der vergangenen Lese waren eine Chardonnay Trockenbeerenauslese mit 198° Oechsle und ein Gutedel Eiswein mit 206° Oechsle. Ab 21. März wird die WG ihren hefetrüben Gutedel, den „Chasslie 2002“ zum Verkauf anbieten.

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Crémant aus Haltingen
Die Winzergenossenschaft Haltingen, die in der südwestlichsten Ecke des Markgräfler Landes beheimatet ist, hat im Januar einen „Baden Crémant“ vorgestellt. Der Winzersekt wird aus Chardonnay, Grau- und Weißburgunder gekeltert und nach der klassischen Champagner-Methode als sehr trockener Brut ausgebaut.

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Alte Gutedel überraschen mit Frische und Fruchtigkeit
Nur wenige wissen, dass Gutedel über eine erstaunliche Lagerfähigkeit verfügt. Eine sehr gute Qualität vorausgesetzt kann er mit dem Alter ausgesprochen interessante Aromen entwickeln. Das wurde bei einer Archivweinverkostung im Schloss Bollschweil mehr als deutlich. Die Teilnehmer erlebten einen Abend voller Überraschungen und erstaunlicher Erkenntnisse. Das galt selbst für die gestandenen Verfechter der oft unterschätzten Sorte, die sich zusammen mit Gastronomen und Sommeliers zu der Probe versammelt hatten. Ebenfalls eingeladen waren die Redakteure der "Nase des Markgrafen".

Der Markgräfler Wein e. V., eine Vereinigung von Winzern und Gemeinden der Region, hatte sich einige Wochen vorher auf die Suche nach versteckten Schätzen in Markgräfler Kellern begeben. Die Resonanz auf einen Rundbrief des Vereins war die erste Überraschung. Obwohl die Pflege von Weinarchiven im Markgräfler Land nicht zu den verbreiteten Traditionen gehört, wurden mehr als tausend Flaschen gemeldet, und dass es noch weit mehr geben muss, wurde bei späteren Gesprächen mit den Winzern offenkundig.

Archivbestände unterschätzt
Die größten Bestände an altem Gutedel hat naturgemäß der Badischen Winzerkeller in Breisach. Dort lagern von einigen Sorten noch jeweils mehr als hundert Flaschen, die auch zum Verkauf angeboten werden. Aber auch die kleineren, örtlichen Winzergenossenschaften haben oft noch nennenswerte Bestände. Bei beiden überwiegen die „milden“ Sorten der siebziger und achtziger Jahre – und die sorgten für die zweite Überraschung der Sammel- und Verkostungsaktion.

Die besten unter ihnen ließen sich nämlich ohne weiteres mit edelsüßen Spezialitäten derKategorie filigran und elegant vergleichen, so die einhellige Meinung der Verkoster. Sie waren alle von der Fülle und Vielfalt der Aromen beeindruckt. Nuss-, Honig und Hefetöne sind beim Gutedel zu erwarten, aber Düfte und Geschmacksnoten von Leder, Trüffel, Champignon, Whisky, Sherry, Litschi, Tee, und Birnenkompott, selbst rieslingtypischen Petrolnoten, beeindruckten selbst die älteren Kenner überaus positiv.

Vor der Reinzuchthefe
Die größte Sensation des Abends waren aber die trockenen Gutedel aus den sechziger und besonders den fünfziger Jahren. Aus diesem Jahrzehnt hatten nur noch die WG Ehrenstetten sowie vor allem das Traditionsweingut Köpfer (Grunern) Weine angestellt. „Begeisternde Weine mit viel Frucht, kräftiger Säure, großer Individualität, wunderbaren Aromen und einer unglaublichen Frische“, fasste Gerhard Mauerhahn, Chefsommelier des Freiburger Hotelrestaurants Colombi, seine Eindrücke zusammen. Ein 59er Grunerner Altenberg wurde einstimmig zum besten Wein der Probe gekürt. Er bestach mit feinen Aromen von Holunderblüte und Maracuja, kerniger Struktur mit kräftiger Säure und einer immer noch frischen, ins Grünliche spielenden Farbe. Auffallend war, dass die Weine aus den Fünfzigern frischer wirkten als die aus den beiden folgenden Jahrzehnten.

Damals sind die Weine ohne jede kellertechnischen Raffinessen entstanden, erinnerte sich Gerd Köpfer: „Wir haben sie getrottet, die Gärung verlief spontan, und die Weine blieben einfach auf der Hefe im Fass, bis wir sie abgefüllt haben.“ Die Hefefauna im Weinberg war damals noch nicht von Fungiziden dezimiert und konnte ihre Wirkung im Keller voll entfalten. Franz Herbster, der als Vereinsvorsitzender die Verkostung organisiert hatte, fühlte sich von den fünfzig Jahre alten Weinen in seinem Plädoyer für ein „Leitbild Gutedel“ bestätigt: „Das waren trockene, schlanke Weine – nach heutigem Maßstab Kabinettqualitäten – die ohne Schnickschnack das Beste aus der Sorte und dem Terroir herausgeholt haben. Das sollten wir auch mit den Gutedeln von heute anstreben.“

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Termine

12. April 2003
3. Ehrenstetter Rotweinnacht

Kirchberghalle Ehrenkirchen
50 Winzer aus ganz Deutschland stellen ihre Rotweine vor.
Tel.: 07633 / 95 09 0
info@ehrenstetter-winzerkeller.de

25. April 2003
Müllheimer Weinmarkt - Müllheim

Tel. 0 76 31 / 80 11 32

29. Mai 2003 / Himmelfahrt
Gutedeltag - Markgräflerland

Das ist eine Reise wert: Straßensperrung zwischen Müllheim und Staufen, nur für Wanderer, Radfahrer, Reiter, Skater. Die Weingüter haben geöffnet, zahlreiche Gastronomen bieten ihre Spezialitäten gleich an der Straße an.
Tourismus-Info Müllheim
Tel.: 07631 / 40 70

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