Neues über Wein aus dem Markgräflerland - Mai 03
Gold für Auggen
Markgräfler vorn
Gutedelcup 2003 Hoher Standard und offene Fragen
Leistungsschau
Termine
Gold für Auggen
Bei der größten internationalen Wein Verkostung
Challenge international du Vin die jedes Jahr in Frankreich
stattfindet, erhielt die Winzergenossenschaft Auggen dieses Jahr
eine Goldmedaille für ihren 2001er Auggener Schäf Chardonnay
Auslese trocken. Insgesamt waren fast 5.000 Weine aus 40 Länder
angestellt. Drei Goldmedaillen gingen nach Baden.
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Markgräfler vorn
Bei der Verkostung von 161 badischen Öko-Weinen, veranstaltet
von der Badischen Zeitung, lagen die Markgräfler mit ganz
vorn. Das Weingut Köpfer, Grunern, belegte zwei erste (Rotwein
und Trockene Grauburgunder) und einen zweiten Platz (Edelsüße).
Feuerstein, Heitersheim, erreichte zwei zweite Plätze (Trockene
Gutedel-Silvaner-Riesling, Pilzfeste Weiße); Lämmlin-Schindler,
Mauchen, schaffte einen zweiten ( Zähringer, Heitersheim,
lag zweimal auf Platz 3 (Trockene Gutedel-Silvaner-Riesling, Rotwein).
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Gutedelcup 2003 Hoher Standard und offene Fragen
45 Weinbaubetriebe aus dem Markgräfler Land haben sich
am diesjährigen Wettbewerb Markgräfler Gutedelcup
2003 beteiligt. 19 Juroren verkosteten am 22. April im Müllheimer
Bürgerhaus insgesamt 121 Gutedelweine aus drei Kategorien:
68 Qualitätsweine, 28 Kabinett, 25 Spät- und Auslesen.
Die Weine stammten überwiegend aus dem Jahrgang 2002, ein
kleinerer Teil aus 2001. Nur bei den Spät- und Auslesen waren
noch ältere Jahrgänge, bis 1997 zurück, vertreten.
Das Fazit der Jury war einhellig: Durch die Bank boten die angestellten
Weine gute Qualität, praktisch ohne Ausfälle, der allgemeine
Standard war sehr hoch.
Die Juroren aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz bewerteten
die Weine in zwei Durchgängen nach dem internationalen 20-Punkte-Schlüssel.
Die Verkostung wurde als Blindprobe durchgeführt; die Weine
wurden aus neutralen Flaschen ausgeschenkt. Es gab einen klaren
Konsens unter ihnen, wie ein Markgräfler Gutedel sein sollte:
schlank, filigran und leicht, bevorzugt als Qualitätswein
oder Kabinett ausgebaut, mit feinen, sortentypischen Aromen, aber
ohne überladenes Bukett.
Apfel oder Nuss?
Bei der Verkostung der Siegerweine und der Bestplazierten in den
verschiedenen Kategorien, hatten wir allerdings nicht unbedingt
den Eindruck, dass die Jury ihren eigenen Vorgaben in jeder Hinsicht
gefolgt wäre. Zwar waren die prämierten Weine durchweg
trocken, schlank und durchaus elegant, ohne Zweifel von guter
bis sehr guter Qualität. Doch statt sortentypischer Aromen
dominierten fruchtige Buketts, mit einer auffälligen Überpräsenz
von grünem Apfel, dazu florale Töne en masse. Was wir
bei den meisten Weinen vermissten, waren die wirklich sortentypischen
nussigen, erdigen und hefigen Töne, die doch eigentlich das
Besondere des Gutedel ausmachen. So stellt sich die Frage, ob die Jury so professionell vorging,
wie es der Gutedel eigentliche verdient. Zum Beispiel der Kabinett
vom Heitersheimer Weingut Feuerstein: Er landete auf Platz 5,
obwohl er die meisten vor ihm prämierten Weine seiner Kategorie
bei der Sortentypizität deutlich überragte. Allerdings
musste man bei diesem Wein in der Lage sein, hinter einer offensichtlich
Fülloch-bedingten Schwäche die noch verborgene Qualität
zu erkennen.
Zu früh angesetzt
Und damit stellt sich als zweite Frage, ob der Gutedelcup richtig
terminiert ist. Wir meinen nein. Er wird mindestens einen Monat
zu früh durchgeführt. Winzer, die ihren Weinen eine
angemessene Zeit im Tank oder Fass einräumen, haben ihren
Gutedel oft gerade erst abgefüllt, wenn sie die Flaschen
anstellen müssen. Gerade die eher traditionellen, und damit
meist sortentypischeren Gutedel leiden deshalb just zum Zeitpunkt
der Verkostung noch an Füllschock oder Fülloch. Fürs
nächste Mal wünschen wir uns deshalb einen Wettbewerb,
der nicht vor Mitte Mai abgehalten wird, mit einer Jury, die kompetent
genug ist, ihre eigenen Vorgaben auch umzusetzen.
Die Sieger und Plazierten des Gutedel-Cups 2003:
Qualitätswein trocken:
1. 2002er Auggener Schäf (Winzergenossenschaft Auggen);
2. 2002er Müllheimer (Weingut Dr. Schneider, Zunzingen);
3. 2002er Laufener Altenberg (Winzergenossenschaft Laufen)
sowie ein 2002er Müllheimer Reggenhag
und ein 2002er Auggener Letten ( beide WG Auggen).
Kabinett trocken:
1. 2002er Müllheimer Reggenhag (Weingut Engler, Müllheim);
2. 2002er Schliengener Sonnenstück (WG Schliengen-Müllheim);
3. 2002er Auggener Schäf (WG Auggen).
Spätlesen trocken:
1. 2002er Müllheimer Sonnhalde, Spätlese (Weingut Schindler,
Müllheim);
2. 2002er Auggener Schäf, Spätlese (Winzergenossenschaft
Auggen);
3. 2002er Ehrenstetter Oelberg, Spätlese (Ehrenstetter Winzerkeller).
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Leistungsschau
Der Müllheimer Weinmarkt ist die jährliche Leistungsschau
der Markgräfler Winzer. Am 25. April waren rund 60 Weingüter
und Winzergenossenschaften im Müllheimer Bürgerhaus
mit ihren Produkten vertreten. Wir können hier natürlich
nur in Auszügen berichten, denn es gab mehrere Hundert Weine
zu probieren. Aus den Notizen unseres Verkosters Sigbert Hiss:
Weingut Ziereisen, 2002 Gutedel Steingrüble:
Ein Supergutedel, dicht, mineralisch, Rasse, Potential. Der beste
Gutedel den ich bisher probiert habe. Er zeigt, dass aus der Rebsorte
mehr zu machen ist als Vesperwein - ohne dass man
sie deshalb vergewaltigen müsste. Für 5,50 Euro ein
Schnäppchen! Weingut Güntert aus Laufen: Das Qualitätsverständnis
dieses Weinguts ist für mich nicht nachvollziehbar
einige der angestellten Weine waren komplett oxidiert. Winzergenossenschaft Ballrechten-Dottingen, 2002 Spätburgunder
Baden Bouquet: dem verschrobenen Namen zum Trotz ein
moderner Wein, schön eingebundene, kräftige Tannine,
hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis, 5,25 Euro. Ähnlich
der 2002er Grauburgunder mit dem selben Namen: sehr gut ausbalanciert,
frisch, 3,75 Euro. Allgemein war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Wenn man
früh kommt, kann man in Ruhe probieren. Die Weißen
vom Jahrgang 2002 präsentierten sich insgesamt sehr gut,
mit wenigen Ausrutschern nach unten. Die Roten aus 2001 brauchen
noch etwas Zeit in der Flasche. Es gab relativ wenige Weine mit hohen Prädikatsstufen, wenige
Edelsüße, aber auch hier einige herausragende Weine
wie den 2001er Gutedel Eiswein Schäf der WG Auggen
(dicht, sehr wuchtig, noch sehr verschlossen in der Nase, enorm
lang am Gaumen, die Säure bringt Eleganz und Finesse) oder
den 2001er Ruländer Trockenbeerenauslese Sonnhole
der WG Britzingen (hohes Potential, kandierte Früchte aller
Art, Rosinen, Karamelltöne, feine Säure, sehr typisch
für Rebsorte und TBA).
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Termine
29. Mai bis 1. Juni
Hoffest im Weingut Dr. Schneider in Müllheim-Zunzingen, mit
5-Gänge-Menü und Fassbau-Vorführung.
Auskünfte und Anmeldung: 07631-2915 oder www.weingut-dr-schneider.de
21. Juni 2002, ab 17 Uhr
Britzecco-Fete bei der WG Britzingen.
www.britzinger-wein.de
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