Neues über Wein aus dem Markgräflerland - Sptember 04
Assmannshäuser Krone
Hagelschäden mit Folgen
Vor dem Herbst
Aktion Naturbilanz
Mengenbegrenzung weiter umstritten
Leserbrief
In eigener Sache: Die vierte Nase
Termine
Assmannshäuser Krone
Beim Wettbewerb „Assmannshäuser Krone 2004“, bei dem nach dem besten deutschen Spätburgunder gesucht wurde, erreichten vier Markgräfler Weingüter respektable Plazierungen. Mit einem „Grand Prix“ wurden folgende Weine ausgezeichnet: 2002 Grunerner Altenberg Spätburgunder vom Weingut E. Probst (Staufen-Grunern), 2002 Pinot Noir Reserve vom Privatweingut H. Schlumberger (Sulzburg-Laufen), 2002 Spätburgunder "Selection Schulen" und 2002 Spätburgunder "Selection Rhini" des Weingut H. P. Ziereisen (Efringen-Kirchen). Der 2002 Pinot Noir vom Weingut Achim Jähnisch (Ehrenkirchen) schaffte es in die Kategorie (albernerweise englisch benannte) „Highly recommended“.
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Hagelschäden mit Folgen
Die Hagelschäden aus der Nacht zum 8. Juli werden den betroffenen
Winzern weiter Sorgen bereiten. Zwar haben sich die Anlagen in
den Hagelrandgebieten dank der insgesamt freundlichen Witterung
bis Mitte August gut entwickelt, aber in den Kerngebieten der
Hagelschneise sind die Schäden weiterhin beträchtlich.
In einer Linie von Müllheim / Buggingen über Ehrenkirchen
und den Batzenberg bis an den Freiburger Lorettoberg sind die
Reben vom Hagel auf etwa 1000 ha Fläche so massiv getroffen
worden, daß der Neuaustrieb nur spärlich vorankommt:
Die Triebe sind anfällig für Erkrankungen und werden
sich im nächsten Frühjahr nur schwer zu neuen Fruchtruten
biegen lassen. Die Junganlagen können in der Regel nur ganz
zurückgeschnitten werden. Die Folgen dieses zehnminütigen
Hagelschauers reichen bis ins nächste oder gar übernächste
Jahr. Trotz der Solidaritätsaktion Kaiserstühler Winzer,
die betroffenen Betrieben jeweils einige Hundert Kilo ihrer Traubenproduktion
spendieren, sind gerade kleine Winzer ernsthaft bedroht
inzwischen ist auch klar, daß es Beihilfen des Bundes nicht
geben wird. Aber insgesamt gibt es auch Lichtblicke: Dort wo die
Trauben halbwegs erhalten blieben, können noch Qualitätsweine
gewonnen werden, wenn auch in geringeren Mengen. Vielleicht reicht
es auch noch für gute Kabinettweine sofern das Wetter
im Herbst optimal mitspielt. Die gute Nachricht: Kräftige
Spätlesen gibt es aus dem Jahrgang 2003 noch genug.
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Vor dem Herbst
An den Übernahmestellen der Winzergenossenschaften fahren
bereits die ersten Traktoren mit Bütten voller Trauben vor.
Bei einigen frühreifen Sorten hat der „Herbst“
alemannisch für Weinlese bereits in der ersten
Septemberwoche begonnen. Doch das meiste hängt noch am Stock,
und für die anspruchsvolleren Qualitäten bleibt es dort
voraussichtlich mindestens bis Ende des Monats. Wo der Hagel nicht
zugeschlagen hat, sieht es ausgesprochen gut aus. „Die Beeren
schmecken viel aromatischer als im letzten Jahr“, berichtet
Hans-Peter Ziereisen aus Efringen Kirchen. Die gute Wasserversorgung
im recht regenreichen Sommer hat die Basis für eine sehr
gesunde Entwicklung der Früchte geliefert. Die strahlende
Sonne der letzten zwei Wochen, bei durchweg kühlen Nächten,
bietet die ideale Witterung für die Burgundersorten und den
Gutedel. Wenn kein Dauerregen kommt, verspricht es ein sehr guter
Jahrgang im klassischen Sinn zu werden, mit einer guten Balance
von Aroma und Säure bei ausreichendem Alkoholgehalt der Weine,
ohne die Extreme des Vorjahrs. Der Reifegrad der Trauben ist in
mengenbegrenzten Anlagen bereits jetzt sehr hoch. „Die Spätburgundertrauben
sind schon so schwarz wie 2003. Die Reben sehen aber insgesamt
viel besser aus als letztes Jahr viel grüner, strotzender,
vitaler. Der Behang ist zum Teil fast extrem, beim Gutedel bis
zu fünf Trauben pro Trieb,“ berichtet Ziereisen. An
Menge wird es deshalb insgesamt trotz des Hagels wohl nicht fehlen,
zumal viele Winzer entschlossen sind, die auf 100 Liter pro Ar
erhöhte zulässige Vermarktungsmenge voll auszunutzen.
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Aktion Naturbilanz
Daß die Biowinzer und Landwirte im Markgräflerland
nicht nur erfolgreich produzieren sondern auch etwas für
den Naturschutz tun, das bestätigte der Naturschutzbund NABU
erst unlängst durch eine Untersuchung bei insgesamt acht
Betrieben: Er begutachtete die Naturschutzleistungen von fünf
Biowinzern, zwei Gärtnereien und einem Wein- und Obstbaubetrieb.
Das Fazit: Vorteilhaft für die Natur sind von den 78 Hektar
Wirtschaftsfläche der Biobetriebe vor allem drei Hektar,
die eher unscheinbar als Landschaftselemente qualifiziert wurden
und weitere 15 Hektar mit Extensivnutzung.
Hier werde durch den Anbau seltener Kultursorten
auch Sortenerhaltung praktiziert, betonten die Naturschützer.
Besonders aufgefallen ist ihnen auch der Steillagenweinbau der Biowinzer
am Castellberg bei Ballrechten-Dottingen. Auf den meisten untersuchten
Flächen war die Artenvielfalt hoch bis sehr hoch, bedingt durch
die Einsaaten im Bereich der Weinberge. Damit, so freut sich Paulin
Köpfer als Vorsitzender von ECOVIN Baden, wird die Arbeit der
Bioerzeuger bestätigt.
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Mengenbegrenzung weiter umstritten
Kurz nach dem verheerenden Hagel am 8. Juli veröffentlichte die Badische Zeitung einen Leserbrief unseres Redakteurs Sigbert Hiss (s. u.), der vehement gegen eine Erhöhung der zulässigen Erntemengen im badischen Weinbau argumentiert. Verfaßt wurde dieser Brief allerdings schon vor einigen Monaten. Er wendet sich also nicht direkt gegen die befristete Erhöhung, die in diesem Jahr den hagelgeschädigten Winzern helfen soll wobei er auch hier die Nachtigall trapsen hört: „Diese 10 Prozent höhere Menge können einen Schaden von beispielsweise 60 Prozent im Betrieb nicht im geringsten wettmachen. Ich habe den Eindruck, daß hiermit der Anfang vom Ende der strengeren Begrenzung eingeläutet ist.“ Wir dokumentieren den Brief für alle Interessierten hier noch einmal. Passend dazu erreicht uns soeben die Nachricht, daß das Consorzio del Chianti Classico die zulässige Erntemenge soeben von 7500 kg pro Hektar auf 6000 kg drastisch reduziert hat. Damit reagieren die Toskaner auf den Preisverfall ihres Produkts mit einem klaren Bekenntnis zur Qualität.
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Leserbrief
von Sigbert Hiss
erschienen in der Badischen Zeitung vom 28.8 2004
Die von Gerhard Rüdlin, dem Geschäftsführer der
Winzergenossenschaft Efringen-Kirchen, forcierte Diskussion über
die Erhöhung der zulässigen Höchstmengen im badischen
Weinbau beschwört eine katastrophale Fehlentwicklung herauf.
Dabei ging es in den letzten Jahren in die richtige Richtung.
Die Winzer haben die Erträge reduziert und die Qualität
ihrer Erzeugnisse deutlich gesteigert. Ein gutes Beispiel dafür
ist der Gutedel:
Ausgelöst durch den Gutedel-Cup hat sich eine Bewegung zu
verstärktem Qualitätsbewußtsein entwickelt; viele
Winzer haben mit großem Einsatz aus der früher als
Massenwein verschrienen Rebsorte wirklich edle Tropfen gekeltert.
Die Folge ist eine höhere Wertschätzung beim Verbraucher
und bessere Erlöse. Mit der Forderung nach höheren Mengengrenzen
wird diese Wertschätzung wieder untergraben, die stetige
Arbeit vieler Jahre droht zerstört zu werden. Die Reaktion
der Wein-Fachpresse wird etwa so aussehen: „Baden setzt
auf Masse statt Qualität“.
In diesem Zusammenhang muß man auch darauf hinweisen, daß sich die Höchstmengenregelung nicht auf einzelne Rebsorten und Rebflächen bezieht, sondern auf Gesamtfläche und Ertrag eines Betriebs. Durch Brachliegenlassen von Flächen oder Verrechnen niedriger Erträge bei einigen „Edelsorten“ kann man also den Ertrag auf den bewirtschafteten Flächen erhöhen. Das heißt in der Praxis, daß nach einer Lockerung der Mengengrenzen Gutedelflächen mit bis zu 150 Hektoliter/ Hektar geerntet werden. Dies ist meiner Meinung nach das eigentlich Ziel der Forderung, zumindest bei einigen der Akteure. Bei hohen Flächenerträgen sinken natürlich die Kosten zusammen mit der Qualität des Weins.
Solche Weine kann man dann tatsächlich nur noch zu 1,99
Euro pro Liter oder noch weniger verramschen. Damit würde
nicht nur dem Gutedel, sondern dem kompletten Sortenspiegel ein
unermeßlicher Schaden zugefügt. "Liebfrauenmilch"
und "Blue Nun", die pappsüßen Billigstweine,
die in England als typisch deutsch gelten, lassen grüßen.
Das Hauptargument für die Erhöhung, „wenn wir
(die Genossenschaften) nicht die Fläche beliefern,
macht es das Ausland", ist fadenscheinig und falsch. Im Preiskampf
mit den Produzenten aus Übersee kann der deutsche Wein langfristig
nur verlieren. Seine einzige Chance ist Qualität.
Man nehme sich Österreich als glänzendes Beispiel.
Die dortigen Winzer haben nach dem Glykolskandal 1986 konsequent
auf Qualität und ein starkes, gemeinsames Marketing gesetzt.
Heute gehören ihre Weine zu den begehrtesten und teuersten
auf dem Markt. Der badische Weinbau will statt dessen die entgegengesetzte
Richtung einschlagen. Dazu paßt es auch, wenn ein Wein,
der den Gutedelcup gewonnen hat, wenig später für 2,49
Euro im Supermarktregal steht. Wer die eigenen Produkte so wenig
wertschätzt, sollte lieber Limonade produzieren, statt den
qualitätsbewußten Winzern die Zukunft kaputtzumachen.
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In eigener Sache: Die vierte Nase
Seit August hat die Nase des Markgrafen einen vierten Mitstreiter.
Alexander Mittlmeier macht eine Winzerlehre beim Weingut H. Schlumberger
in Laufen. Um diese anzutreten, hat er eine bereits begonnene
Arztlaufbahn an den Nagel gehängt. Für diese Ausgabe
unseres Rundbriefs hat er die Meldung über die Auswirkung
der Hagelschäden verfaßt im Sinne des Wortes
aus erster Hand.
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Termine
12.9.
ÖkoRegio-Tour in Heitersheim
Die ÖkoRegio-Tour bietet an mehreren Stationen entlang einer
Rad- und Wanderstrecke Informationen und Unterhaltung sowie Bewirtungsangebote.
www.ecovin.de/BADEN/oert/programm.html
Hier
können Sie das Informationsblatt zur ÖkoRegio-Tour 2004
im PDF-Format herunterladen
18.9.-19.9
Herbstfest der Winzergenossenschaft Laufen
Telefon: 07634 56 05 0
19.9
3. Heitersheimer Wein- und Kulturtag
ab 13.00 Uhr im Römermuseum "Villa urbana"
Telefon 07634 - 4 02 12
3.10.
Weinwandertag und Herbstfest der WG Britzingen
Telefon: 07631 17 71 0
4.10.
Festliche Weinprobe
Bezirkskellerei Markgräflerland
Efringen-Kirchen
Telefon: 07628 91 14 11
22.10.
Markgräfler Sektgala
Bürgerhaus Müllheim
Telefon: 07631 80 11 32
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