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Neues über Wein aus dem Markgräflerland - März 05

 

Die Verkostung
Vorträge und Diskussion

Fazit
Gruppe A (bis 6,50 Euro)
Gruppe B (über 6,50 Euro)
Gruppe C (Barrique-Ausbau)

 

Dornröschen wachküssen
Weißburgunder im Fokus des 2. Markgräfler Burgundertags

Stiefkind der Burgunderfamilie oder unterschätzte Spezialität? Welche Rolle kann der Weißburgunder für den Markgräfler Weinbau spielen? Und vor allem: Wie gut ist der Markgräfler Weißburgunder? Um diese Fragen ging es am 28. Februar im Waldhotel Sulzburg beim 2. Markgräfler Burgundertag, der von den Betreibern des Internetportals ?Die Nase des Markgrafen? veranstaltet wurde. Rund vierzig Winzern und Weinexperten waren zu der Fachtagung gekommen.

In einer Vergleichsverkostung mit einer prominent besetzten Jury wurde auch eine Standortbestimmung vorgenommen.

Die Verkostung

Der 2. MarkgräflerBurgundertag begann am Morgen mit einer Blindverkostung von insgesamt 44 Weinen in drei Kategorien. Weine unter und Weine über 6, 50 Euro pro Flasche sowie Weißburgunder aus dem Barrique wurden von der prominent besetzten Jury beurteilt. Die Veranstalter hatten pro Kategorie je einen ?Piraten? von namhaften Weingütern aus ?terreich und der Pfalz eingeschmuggelt, um den Vergleichshorizont zu erweitern, wie sie sich ausdrückten.

Die Jury setzte sich aus bekannten Weinexperten zusammen, unter anderem dem Master of Wine Jürgen von der Mark, dem Chefsommelier des Restaurant Bareiss in Baiersbronn, Jürgen Fendt und dem Chefverkoster der Zeitschrift Wein Plus, Marcus Hofschuster. Mit dem Breisgauer Bernhard Huber, war auch ein Winzer vertreten, der für hochklassige Burgunderweine international bekannt ist. Die Juroren verkosteten die Weine, die aus numerierten, neutralen Flaschen ausgeschenkt wurden, und bewerteten sie nach dem 100-Punkte-System.

Einen Siegerwein gab es aber nicht. ?Wir haben ganz bewußt auf die Bekanntgabe der genauen Punktzahlen für die einzelnen Weine verzichtet, denn das hätte nur eine falsche Objektivität vorgegaukelt?, erklärt Zsolt Pekker, Redakteur der ?Nase des Markgrafen? und Moderator beim Burgundertag. ?Wir wollten vor allem einen Trend erfassen. Deshalb haben wir die Weine, die nicht mehr als 2,5 Punkte unter dem Höchstwert lagen, als Spitzengruppe bezeichnet; weitere 2,5 Punkte darunter erstreckt sich der Bereich der ?Verfolgergruppe?. Ich glaube, das gibt uns einen ganz guten Anhaltspunkt für die Einschätzung der Qualitäten ? und mehr wollten wir hier gar nicht erreichen.?
In der ersten Kategorie der Weine unter 6,50 Euro landeten die 2003er Spätlesen der Winzergenossenschaften in Auggen und Britzingen sowie ein 2002er Kabinett vom Weingut Köpfer (Grunern) in der Spitzengruppe. In der zweiten Kategorie, über 6, 50 Euro war die Leistungsdichte besonders hoch. Gleich zehn Weine wurden von den Juroren in die Spitzengruppe gewählt. Hier waren die Weingüter Dr. Schneider (Zunzingen), Harteneck (Schliengen), Heinemann (Scherzingen), H. Schlumberrger (Laufen), Schneider (Weil) Ulmann (Staufen), M. Waßmer (Schlatt), Zähringer (Heitersheim) sowie die WGs Britzingen und Schliengen vertreten. In der Barrique-Gruppe schaffte nur das Weingut Ruser (Tüllingen) den Sprung an die Spitze, neben zwei ?Piraten? aus ?terreich und der Pfalz, die zur überregionalen Orientierung in die Probe ?eingeschmuggelt? worden waren.

Die komplette Ergebnisliste sehen sie hier >>

Vorträge und Diskussion

Am Nachmittag kamen die Gäste, rund vierzig Winzer und Weinexperten zu den Vorträgen und Diskussionen, die auf dem Programm standen. Dr. Hermann Kolesch vom Beratungsteam Weinbau Franken stellte zunächst das Terroir-Konzept der Winzervereinigung TRIAS vor und traf damit bei den anwesenden Markgräfler Winzern auf großes Interesse.

Das Terroir im Weinbau?
Vortrag von Dr. Hermann Kolesch >>

Damit stieß er eine Der Boden, so sein Fazit, sei nur ein kleiner Teil dessen, was das ?Terroir? ausmacht. ?Klima, Mikroklima, Rebsorten, lokale Traditionen spielen eine wichtige Rolle, aber ganz entscheidend ist, was in den Köpfen der Winzer passiert.? Ein richtig verstandenes Terroir-Konzept könne zu einzigartigen Produkten führen, die sich im Verbund mehrerer Weingüter am besten vermarkten lassen.Diskussion an, die sich durch den ganzen Burgundertag zog: Wie kann der Markgräfler Wein im allgemeinen und der Markgräfler Burgunder im besonderen seine Bekanntheit und Marktposition verbessern? Praktisch alle, die sich zu Wort meldeten, beklagten ein Zuviel an Eigenbrötlerei und einen großen Mangel an regionaler Zusammenarbeit. Ob hier die bestehenden Verbände oder die Eigeninitiative einzelner Winzer den Ausweg weisen, darüber gingen die Meinungen auseinander. Konsens bestand wiederum darüber, daß die Markgräfler eine Qualität zu bieten haben, die mehr als nur mithalten kann. ?Wir haben tolle Weine, mit denen wir auch Skeptiker immer wieder überzeugen können?, betonte Susanne Hagin-Schneider vom Weingut Schneider (Weil), ?wenn wir sie erstmal zum Probieren bekommen ?.

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Fazit

Die hohe Qualität der Weine unterstrichen auch die Juroren. ?Die besten Markgräfler Weißburgunder verbinden hohe Eleganz und feines Aromenspiel mit frischer Unkompliziertheit. Diese Kombination macht sie zu äußerst attraktiven und vielseitigen Weißweinen?, befand Marcus Hofschuster, Chefverkoster der Fachzeitschrift Wein Plus, eines der sieben Jurymitglieder.Michael van den Hövel, Weinfachberater beim Gastronomie-Großlieferanten Jomo-Citti, unterstrich diese Einschätzung und skizzierte das besondere Marktpotential der Rebsorte: ?In der Mittelklasse-Gastronomie, die vielleicht nur drei, vier deutsch Weißweine auf der Karte hat, kann ich mit dem Weißburgunder ein sehr großes Spektrum abdecken. Zwischen dem ganz einfachen Tischwein und dem hochklassigen Spitzenprodukt ist er als Essensbegleiter universell einsetzbar.?

Der Weißburgunder, so fasste Moderator Zsolt Pekker zusammen, ist ein Dornröschen, das darauf wartet, wachgeküßt zu werden. Die Markgräfler Winzer sind auf dem besten Weg, dabei die Rolle des Prinzen zu übernehmen.

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Teilnehmer und Ergebnisse der Verkostung

Gruppe A (bis 6,50 Euro)

 
Jahrg. Erzeuger Wein Alk. % EVP
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Spitzengruppe (alphabetisch)
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2002 Köpfer, Grunern Staufener Schloßberg, Kabinett 12,5 5,60 €
2003 Winzergenossenschaft Auggen Auggener Schäf, Spätlese 14,0 5,85 €
2003 Winzergenossenschaft Britzingen Britzinger Rosenberg, Spätlese 14,5 6,10 €

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Verfolgergruppe (alphabetisch)
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2003 Heinemann, Scherzingen Scherzinger Batzenberg, Kabinett 13,5 6,50 €
2003 Lämmlin-Schindler, Mauchen Mauchener Sonnenstück, Kabinett 13,5 6,30 €
2004 Pfaffenweiler Weinhaus Kabinett 12,5 4,70 €
2002 Schlumberger H., Laufen Kabinett 12,0 6,50 €
2003 Waßmer Martin, Schlatt Kabinett 13,5 5,20 €
2003 Winzergenossenschaft Laufen Laufener Altenberg, Spätlese 14,0 5,80 €
2003 Ziereisen, Efringen-Kirchen QbA 13,5 6,30 €

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Die anderen Weine (alphabetisch)
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2003 Brenneisen, Efringen-Kirchen Kabinett 12,5 5,00 €
2003 Dr. Schneider, Zunzingen W.B. 14,0 5,80 €
2004 Marget K. M., Heitersheim Kabinett 12,0 6,10 €
2003 Walz Josef, Heitersheim Kabinett 14,0 5,00 €
2004 Waßmer Fritz, Schlatt QbA 12,5 5,50 €
2004 Winzergenossenschaft Schliengen Mauchener Sonnenstück 12,5 4,50 €
2004 Zotz, Heitersheim Heitersheimer Maltesergarten, Kabinett 12,5 5,30 €

Gruppe B (über 6,50 Euro)

Spitzengruppe (alphabetisch)
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2003 Dr. Schneider, Zunzingen "Edition Julien" Spätlese 15,0 11,00 €
2003 Harteneck, Schliengen "SH", Spätlese 13,0 7,20 €
2003 Heinemann, Scherzingen Scherzinger Batzenberg, Spätlese 14,5 8,30 €
2003 Schlumberger H., Laufen Spätlese 14,0 9,50 €
2003 Schneider, Weil Weiler Schlipf, Spätlese CS 14,5 9,80 €
2003 Ulmann, Staufen Staufener Schloßberg, Spätlese 13,5 7,50 €
2003 Waßmer Martin, Schlatt Schlatter Maltesergarten, Spätlese 14,5 8,40 €
2003 Winzergenossenschaft Britzingen Britzinger Rosenberg, Auslese 15,5 9,30 €
2003 Winzergenossenschaft Schliengen Mauchener Sonnenstück, Spätlese 14,0 6,90 €
2004 Zähringer, Heitersheim Heitersheimer Maltesergarten 12,0 7,90 €

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Verfolgergruppe (alphabetisch)
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2003 Dörflinger, Müllheim Müllheimer Reggenhag, Kabinett 13,0 6,70 €
2003 Marget K. M., Heitersheim Spätlese 13,0 7,90 €
2003 Ruser, Tüllingen Tüllinger Sonnenbrunnen 14,5 7,60 €
2003 Soder, Istein Isteiner W.B., Spätlese 13,0

10,50 €

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Die anderen Weine (alphabetisch)
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2003 Köpfer, Grunern Grunerner Altenberg, Spätlese 14,5 8,50 €
2003 Walz Josef, Heitersheim Auslese 14,0

11,00 €

 

Gruppe C (Barrique-Ausbau)

Spitzengruppe (alphabetisch)
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2002 Hiedler, Kamptal (Österreich) Pinot Blanc, Spiegel 13,0 7,60 €
2002 Weingut Rebholz (Pfalz) Im Sonnenstein, Erstes Gewächs 13,5  
2002 Ruser, Tüllingen Weiler Schlipf, Spätlese 13,0 6,30 €

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Verfolgergruppe (alphabetisch)
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2002 Sattlerhof, Gamlitz (Österreich) Pfarrweingarten 13,5  
2002 Waßmer Martin, Schlatt Schlatter Maltesergarten, Spätlese "SW" 13,5 11,50 €
2003 Winzergenossenschaft Schliengen Mauchener Sonnenstück, Edition Schloß Bürgeln 14,0 7,50 €
2003 Zotz, Heitersheim Heitersheimer Maltesergarten, Selektion 13,0 9,50 €

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Die anderen Weine (alphabetisch)
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2003 Waßmer Fritz, Schlatt Reserve 15,0 10,00 €
2003 Winzergenossenschaft Auggen Auggener Letten, Spätlese 14,0 10,00 €
2002 Zähringer, Heitersheim Heitersheimer Sonnhohle, Auslese "Zähringer Löwe" 14,0 21,00 €
1996 Ziereisen, Efringen-Kirchen Tafelwein 13,5 8,50 €

 

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Der 2. Markgräfler Burgundertag wurde großzügig unterstützt vom Waldhotel Sulzburg und der Treuhand Südl. Oberrhein Steuerberatungsgesellschaft aus Heitersheim.

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