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Neues über Wein aus dem Markgräflerland - Mai 05

 


2004
Die Weine
Unsere Favoriten
Die Erstplazierten

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Gutedelcup 2005
...die üblichen Verdächtigen

Der Gutedelcup ist eine wunderbare Sache. Er hat viel für das Image der Markgräfler Spezialität bewirkt. Das glauben wir auch. Es stimmt wohl ebenfalls, daß er dazu beigetragen hat, den Qualitätsstandard des Gutedel insgesamt anzuheben. Früher jedenfalls. Denn daß er das heute noch tut, bezweifeln wir. Wieder einmal landeten die schlanken, filigranen, brotig-nussigen Gutedel eher auf den hinteren Rängen. Die ersten Plätze belegten die „üblichen Verdächtigen“, um den legendären Polizeichef von Casablanca zu zitieren: kräftige, sehr fruchtige Weine, meist mit deutlichem Restzuckeranteil – das genaue Gegenteil des auch von der Jury vertretenen Idealbildes dieser Rebsorte.

Martin Zotz vom Vorstand des Markgräfler Wein e.V. sprach bei der Preisverleihung klar aus, worum es eigentlich geht. „Für manche Weine ist der Zeitpunkt der Verkostung natürlich zu früh. Aber der Gutedel ist nun mal der typische Sommerwein, und er wird ganz überwiegend im ersten Jahr verkauft.“ Also kann der Cup seine Wirkung als Marketingmaßnahme nur entfalten, wenn die ausgezeichneten Weine spätestens im Mai beworben werden können.

Das ist ein völlig legitimes Anliegen der Vereinigung der Weinerzeuger in der Region, die den Wettbewerb veranstaltet. Der Winzer lebt nun mal nicht vom Schönheitsideal sondern von der verkauften Flasche. Für den Liebhaber des „richtigen“ Gutedels haben die Ergebnisse des Pokalswettbewerbs aber nur wenig Aussagekraft. Woran das liegen könnte, haben wir schon vor einem Jahr zu ergründen (siehe Newsletter-Archiv).

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2004

Der Jahrgang 2004 hat immerhin dafür gesorgt, daß die Alkoholbomben des vergangenen Jahres keine Nachfolger fanden. Ein kühler, feuchter Herbst brachte normale bis niedrige Öchslewerte und damit grundsätzlich schlanke Weine. Sie präsentierten sich nach den Angaben der Veranstalter erstaunlich fehlerfrei, ohne Böckser und Schimmeltöne, die man nach Hagel im Sommer und viel Regen im Herbst durchaus vermehrt hätte erwarten können. Neben den trockenen Qualitäs- und Kabinettweinen bildeten die trockenen Spätlesen in diesem Jahr die dritte Kategorie in der Bewertung. Da insgesamt jedoch nur zehn Spätlesen angestellt waren, wurden hier nur fünf Plazierungen vergeben. „2004, aus dem fast alle angestellten Weine kamen, war kein Jahr für Spätlesen“, betonte die Vereinsvorsitzende Claudia Schlumberger-Bernart.

Sie freute sich, daß mit 10 Weingut-Weinen unter den Plazierten deutlich mehr Einzelerzeuger in die Phalanx der WG-Weine eingebrochen waren als letztes Jahr. Daß nur einer dieser Weine den Sprung aufs Treppchen schaffte entspricht dem Verhältnis der angestellten Weine – acht zu eins für die WGs. Wiederum waren viele, auch namhafte Weingüter beim Wettbewerb gar nicht vertreten.

Die Nase des Markgrafen war diesmal aus terminlichen Gründen selbst nicht in der Jury vertreten. Unsere Einschätzung der erstplazierten Weine, die wir nach der Preisverleihung bei Aprilkälte im Garten von Schloß Bürgeln verkosten konnten, fällt aber ähnlich aus wie im vergangenen Jahr.

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Die Weine

Die Sieger in allen drei Kategorien erschienen uns durchweg zu breit, für Gutedel zu fruchtlastig, mit zuviel Restzucker bestückt. Beim Markgräfler Lindenhof QbA (WG Schliegen-Müllheim) schmeckten wir den Alkohol deutlich heraus. In dieser Kategorie hätten wir den drittplazierten Schliengener Sonnenstück vom selben Erzeuger deutlich höher bewertet, ebenso den Zweiten, einen QbA des Pfaffenweiler Weinhauses. Immerhin zwei ordentliche Weine unter den ersten Drei.

Mit dem erstplazierten Kabinett vom Badischen Winzerkeller konnten wir auch nicht viel anfangen, siehe oben. Der Zweite auch hier deutlich feiner und typischer. Der drittplazierte Weingut-Solitär, Badenweiler Römerberg vom Weingut Engler, befand sich für unsere Begriffe noch im Fülloch, verspricht aber mit seiner filigranen Feinheit einiges für die Zukunft.

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Unsere Favoriten

Unsere Favoriten fanden wir auf den hinteren Rängen der 25 „besten“ Weine. Das Weingut Feuerstein (Heitersheim) kam mit seinem Kabinett und seinem QbA jeweils auf den neunten Platz. Beide Weine verkörpern nach Meinung der Redaktion das Idealbild des Gutedels in geradezu perfekter Weise. Schlank, der Kabinett filigran, mit feiner Frucht und Säure, hefig-nussigen Aromen und einer glasklaren Struktur.

Mit dem einzigen 2003er unter den ersten Zehn präsentierte die WG Britzingen einen zwar nur bedingt typischen, aber sehr bemerkenswerten Britzinger Sonnhole Kabinett. In der Nase wuchtig, mit einem stark animalischen Ton, der sich auch am Gaumen wiederholte. Der Wein erinnerte mit seiner mineralischen Struktur und den kräftigen Tönen zunächst an bestimmte Elsässer Grauburgunder, ließ aber dann doch die eigentlichen Gutedelaromen aus Hintergrund hervortreten. Ein ungewöhnlicher Wein mit Lagerpotential, und ein Hinweis darauf, daß man Gutedel keineswegs im ersten Jahr trinken muß – wenn er was taugt.

Bei den Spätlesen gefiel uns der fünftplazierte 2003er Scherzinger Batzenberg von Heinemann mit Abstand am besten. Wenn es überhaupt eine Gutedel Spätlese braucht, sollte sie so schmecken. Sie verkörpert die gelungene Balance zwischen vollreifer Frucht, perfekt eingebundenem Alkohol (13%), einer kräftigen Struktur und der subtilen Feinheit des Gutedel.

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Die Erstplazierten

Qualitätswein trocken

1. Platz: 2004 Markgräfler Lindenhof, WG Schliengen Müllheim
2. Platz: 2004 QbA, Weinhaus Pfaffenweiler
3. Platz: 2004 Schliengener Sonnenstück, WG Schliengen Müllheim

Erwähnenswert:

Platz 4 – Badenweiler Römerberg, Weingut Schindler Müllheim
Platz 6 – Heitersheimer Maltesergarten „Chasslie“, Weingut Zotz, Heitersheim
Platz 9 – Heitersheimer Maltesergarten, Weingut Feuerstein, Heitersheim

Kabinett trocken

1. Platz: 2004 Heitersheimer Maltesergarten, Badischer Winzerkeller
2. Platz: 2004 Schliengener Sonnenstück, WG Schliengen Müllheim
3. Platz: 2004 Badenweiler Römerberg, Weingut Engler, Müllheim

Erwähnenswert

Platz 4 – Müllheimer Reggenhag Weingut Engler Müllheim
Platz 8 – 2003 Britzinger Sonnhole, WG Britzingen
Platz 9 – Heitersheimer Maltesergarten, Weingut Feuerstein, Heitersheim

Spätlese trocken

1. Platz: 2004 Auggener Schäf, WG Auggen
2. Platz: 2004 Schliengener Sonnenstück, WG Schliengen Müllhei
3. Platz: 2003 Laufener Altenberg, WG Laufen

Erwähnenswert

Platz 5 – 2003 Scherzinger Batzenberg, Weingut Heinemann, Scherzingen

 

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