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Typische Vielfalt
Winzergenossenschaft Britzingen

 

Das Markenzeichen der Winzergenossenschaft Britzingen erinnert an die Freifrau Elisabeth von Neuenfels, einer adligen Gönnerin des Winzerdorfes aus dem 16. Jahrhundert. Sie schenkte dem Ort einen Eichenwald, aus dessen Holz noch vor einigen Jahrzehnten für die letzten Markgräfler Küfer ihre Fässer banden. Von ihrem Stammhaus, der heutigen Burgruine Neuenfels, hat man einen wunderbaren Blick auf die Weinberge der

idyllisch gelegenen Gemeinde. Die Reben bieten aber nicht nur landschaftliche Reize, sie liefern auch hervorragenden Wein.

Und der stammt überwiegend von der Britzinger Winzergenossenschaft. Sie schneidet in den einschlägigen Führern regelmäßig als einer der besten Weinproduzenten der Region ab und kann auf eine reichhaltige Sammlung von Goldmedaillen und internationalen Auszeichnungen für ihre Gewächse verweisen. Diese bekam sie zu recht, wie auch wir finden, denn man setzt hier schon seit vielen Jahren konsequent auf Qualität und einen gradlinigen Stil in der Weinbereitung, von der Literflasche bis zur Selection.

 

Das Weingut
Britzingen liegt unmittelbar am Fuß des Schwarzwalds und wird von diesem gegen Nordosten vor kalten Winden geschützt. Die Rebenanlagen der WG erstrecken sich von den Hanglagen des Mittelgebirges bis zu den leicht gewellten Hügeln der Ortsteile Dattingen und Zunzingen. Dazwischen verläuft die geologische Bruchkante des Rheingrabens, aus der die Kalksteinskelette des Braunjuras hervorragen.

Sie bilden den Untergrund für einige der besten Lagen, wo sich vor allem die Burgundersorten - nachgewiesenermaßen schon seit dem 16. Jahrhundert - wohlfühlen. Ansonsten dominiert der nährstoffreiche Löß, auf dem besonders Gutedel und Müller-Thurgau gut gedeihen.

Damit sind die wichtigsten Rebsorten genannt, auch wenn die WG noch eine ganze Reihe anderer anbaut, darunter seit einigen Jahren den hier eher untypischen Schwarzriesling. "Ihn wollen wir neben dem Spätburgunder zu unserer zweiten Rotweinsorte ausbauen", erklärt Geschäftsführer Achim Frey.

 

Reben und Keller
190 Hektar Rebfläche werden von den 210 Mitgliedern bewirtschaftet. Die durchschnittliche Jahresproduktion beträgt 1, 4 Millionen Liter. Die Reben werden von den Mitgliedern umweltschonend bearbeitet; die WG hilft mit fachlicher Beratung, Spritzplänen und agronomischem Know-how. Qualität wird dabei bewußt und geplant produziert. Dazu dienen regelmäßige Kontrollen im Rebberg und eine klare Mengenbegrenzung.

Für ausgesuchte Rebstücke werden zudem besonders strenge Kriterien bei der Bearbeitung und nochmal verringerte Mengen vereinbart. Hier bekommen die Mitglieder einen Qualitätsausgleich beim Abnahmepreis, so daß sich besonders sorgfältige Arbeit auch auszahlt.

Im Keller werden die Weine nicht nur sortentypisch, sondern in den höheren Qualitätsstufen auch nach den Einzellagen speziell ausgebaut. Kellermeister Herrmann Zenzen, der seit 1966 beim Weinausbau für den gradlinigen Stil des Hauses verantwortlich ist, betont mit seiner Arbeit die Besonderheiten des Terroirs, etwa den mineralischen Charakter der steinigen Sonnhole. Einige der besten Tropfen werden in der "Barrique-Edition" und als "Britzinger Exclusiv" ausgebaut. Insgesamt sind zurzeit 80 verschiedene Weine im Angebot. "Diese Zahl wollen wir etwas reduzieren", erklärt Frey, " aber grundsätzlich wollen wir die Vielfalt und auch den typischen Ausbau der Weine als besonderes Merkmal und Stärke unseres Hauses erhalten."

 

Die Weine
Diese Vielfalt im einzelnen zu beschreiben würde unseren Rahmen sprengen. Die Weine die wir verkostet haben, bestätigen aber alle die bereits erwähnten Attribute: gradlinig, sortentypisch und von guter bis hervorragender Qualität. Auch die Preise stimmen - man bekommt hier viel Qualität fürs Geld. Von den Rebsorten war schon die Rede. Es dominieren Gutedel und Spätburgunder sowie die weißen Burgunder-sorten. Dazu kommen im sortenreinen AusbauMüller-

Thurgau, Nobling, Riesling, Gewürztraminer, Muskateller und Schwarzriesling. Neben trockenen gibt es auch eine große Auswahl an halbtrockenen Weinen sowie eine breite Palette von Edelsüßen.

Auszüge aus unseren Notizen

Gutedel Rosenberg QbA trocken 2001: sehr typisch, saftig und frisch am Gaumen, mit edlen Hefenoten; mit nur knapp 11 Prozent Alkohol ein ganz feiner, leichter Wein für Anhänger des klassischen, schlanken Gutedels.

Chardonnay 2001 Spätlese trocken: zurückhaltende Nase mit feinen Apfelnoten, dazu etwas gemüsige, reife Töne, unaufdringlich; am Gaumen herrliche Säure, feiner Schmelz, sehr gut ausgewogen, langanhaltend.

Weißburgunder Selection 2001: feingliedrige, typische Weißburgundernase (Apfel, reife Birne, dezente Ananas, leichte Hefenote); am Gaumen zunächst sehr kompakt, entwickelt in der Mitte und im Abgang eine sehr finessenreiche Eleganz; verbindet Kraft und Noblesse, großes Potential.

Ruländer Beerenauslese 2001: dichte und kompakte Nase - nach reifen Birnen und Äpfeln, Quitte, Honigmelone, Honig; die kräftige Säure (10 Gramm) verbindet sich am Gaumen mit der Süße zu einem wunderbaren Spiel, auch im Mund schmeckt man den Früchtekorb des Buketts; ein Edelsüßer der Spitzenklasse.

Spätburgunder Selection 2001: kräftiges, vielfältiges Bukett mit Noten von Erdbeere, Himbeere, Schwarzkirsche, reifen Früchten und einem Anflug von Tabak; all das schmeckt man auch am Gaumen, geschliffene Tannine, Bitterschokolade im langen Abgang; ein moderner Spätburgunder, sehr gut gemacht, durchaus mit Kraft.

Zu erwähnen sind noch zwei Gutedel-Spezialitäten: der Chasslie, der bis zur Abfüllung auf der Hefe bleibt und der hefetrübe Gutedel, der sogar noch etwas Feinhefe mit in die Flasche nimmt. Sie sind - neben vielen anderen Weinen der WG - beide eine Verkostung wert. In der hell und freundlich eingerichteten Probierstube wird man kompetent beraten. Sie ist zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet.

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www.britzinger-wein.de