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"Privatweingut H. Schlumberger" Weinberge, insgesamt acht Hektar. Sie sind zu 90 Prozent in bester Markgräfler Tradition mit Gutedel und Burgundersorten bestockt. Auf einigen kleineren Parzellen stehen Riesling, Scheurebe, Cabernet Sauvignon, Merlot und als Neuanpflanzung Sauvignon Blanc.
Das Ehepaar Bernhart-Schlumberger hat sich in Geisenheim kennengelernt, wo sie zusammen Weinbau studierten. Der Pfälzer Ulrich Bernhart, der nach dem Studium zunächst den inzwischen sehr namhaften Betrieb seines jüngeren Bruders aufgebaut hatte, ist für Reben und Keller zuständig. Seine Frau kümmert sich um "alles andere" - Marketing, Verkauf und die gesamte Hofwirtschaft. Einen guten Ruf und hohe Qualitätsstandards hatte schon der Vater/Schwiegervater für das Weingut etabliert. Diese blieben erhalten, der Stil jedoch wandelte sich mit dem Generationswechsel. Für Hartmut Schlumberger war der klassisch-schlanke Kabinettwein mit niedrigem Alkoholgehalt das Ideal. "Grundsätzlich führen wir diese Tradition fort", sagt Ulrich Bernhart. "Wir produzieren zu 60 Prozent Kabinett. Ich lege aber größeres Gewicht auf Fruchtigkeit und Intensität."
Im Keller wird nach modernen Methoden umsichtige vinifiziert: starke Mostvorklärung, kontrollierte Gärung, die aber nicht gestoppt wird. Der biologische Säureabbau wird bei besonders hohen Säurewerten teilweise zugelassen. Die Weine werden - von einem halbtrockenen Weißherbst abgesehen - durchweg trocken ausgebaut. Wenn die natürliche Gärung etwas Restsüße übrigläßt, hat Ulrich Bernhart nichts dagegen: "Durchgären bis zum letzten und um jeden Preis ist reine Ideologie und hat nichts mit Qualität zu tun." Beim Riesling und Scheurebe sowie bei den weißen Spätlesen ist die Restsüße, die aber im trockenen Bereich verbleibt, durchaus willkommen, um die kräftige Säure auszubalancieren. Die Weine
dem Spätburgunder wird zudem noch ein wunderbar klarer Weißherbst gekeltert (trocken und halbtrocken). Seit dem Jahrgang 2000 gibt es eine neue Reihe, die bezeichnenderweise Pinot Noir heißt. Sie bietet hausintern die "burgundische" Alternative zum "Spätburgunder". Bei ähnlicher Fruchtigkeit sind bei ihr die Tannine spürbar präsenter, der Wein wirkt bei gleichem Alkoholgehalt kräftiger und voller als der Spätburgunder. Liebhabern dieser Traube muß man den Vergleich der beiden Ausbauarten empfehlen. Die Cabernet-Merlot-Cuvée zeigt, daß diese Traubensorten auch im Markgräfler Land ihr Potenzial entfalten können. Die Scheurebe Spätlese präsentiert sich mit einem Strauß
exotischer Fruchtaromen als idealer Begleiter asiatischer Gerichte,
und man fragt sich, wofür die Schlumbergers eigentlich noch
einen Sauvignon Blanc neu angepflanzt haben. Der "Scheu"
hat alles, was man sonst von dieser allgegenwärtigen Traubensorten
erwartet. Last not least: einer der seltenen Markgräfler
Rieslinge, dem man seine hohe Herkunft - gleich über dem
Rebstück beginnt der Bergwald, und der Boden ist hier deutlich
kalkig-mineralisch - in der Nase wie im Mund deutlich anmerkt.
Ein Riesling von Format, ganz sortentypisch und doch "mal
was anderes" für die Liebhaber dieser Sorte. |
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