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Fruchtigkeit und Intensität
H. Schlumberger, Laufen

 

Das Weingut
Laufen ist eins der idyllischsten unter den vielen hübschen Winzerdörfern des Markgräfler Landes. Unmittelbar am Fuß der höchsten Gipfel des Südschwarzwalds gelegen, gehören zur Großlage "Laufener Altenberg" Rebstücke sowohl im sanft gewellten Hügelland zum Rheintal hin wie auch über 400 Meter Meereshöhe aufsteigend am Westhang des Mittelgebirges.

In beiden Teillagen besitzt das traditionsreiche Laufener

"Privatweingut H. Schlumberger" Weinberge, insgesamt acht Hektar. Sie sind zu 90 Prozent in bester Markgräfler Tradition mit Gutedel und Burgundersorten bestockt. Auf einigen kleineren Parzellen stehen Riesling, Scheurebe, Cabernet Sauvignon, Merlot und als Neuanpflanzung Sauvignon Blanc.

 

Die Menschen
1997 haben Ulrich Bernhart und Claudia Schlumberger-Bernhart das Gut übernommen. Der Namensgeber Hartmut Schlumberger, Vater und Schwiegervater der beiden, stammt aus einer alteingesessenen Winzerfamilie. Er hatte das Erbe mit seinem Bruder geteilt - deshalb gibt es heute in Laufen zwei Güter, die sich im Namen nur durch die Initialen H. und R. unterscheiden.

Das Ehepaar Bernhart-Schlumberger hat sich in Geisenheim kennengelernt, wo sie zusammen Weinbau studierten. Der Pfälzer Ulrich Bernhart, der nach dem Studium zunächst den inzwischen sehr namhaften Betrieb seines jüngeren Bruders aufgebaut hatte, ist für Reben und Keller zuständig. Seine Frau kümmert sich um "alles andere" - Marketing, Verkauf und die gesamte Hofwirtschaft.

Einen guten Ruf und hohe Qualitätsstandards hatte schon der Vater/Schwiegervater für das Weingut etabliert. Diese blieben erhalten, der Stil jedoch wandelte sich mit dem Generationswechsel. Für Hartmut Schlumberger war der klassisch-schlanke Kabinettwein mit niedrigem Alkoholgehalt das Ideal. "Grundsätzlich führen wir diese Tradition fort", sagt Ulrich Bernhart. "Wir produzieren zu 60 Prozent Kabinett. Ich lege aber größeres Gewicht auf Fruchtigkeit und Intensität."

 

Reben und Keller
Umweltschonender Anbau und konsequente Ertragskontrolle heißt die Devise in den Reben. Beim Gutedel liegen die Erträge je nach Jahr zwischen 60 und 80 Liter pro Ar, bei den Burgundersorten zwischen 30 und 60. Botrytisbefallene Trauben werden nur in Ausnahmejahren mitgelesen, wenn der Edelpilz ohne Begleitung von Fäulnis und Essigstich auftritt. Sonst wird ausschließlich gesundes Lesegut verwendet.

Im Keller wird nach modernen Methoden umsichtige vinifiziert: starke Mostvorklärung, kontrollierte Gärung, die aber nicht gestoppt wird. Der biologische Säureabbau wird bei besonders hohen Säurewerten teilweise zugelassen. Die Weine werden - von einem halbtrockenen Weißherbst abgesehen - durchweg trocken ausgebaut. Wenn die natürliche Gärung etwas Restsüße übrigläßt, hat Ulrich Bernhart nichts dagegen: "Durchgären bis zum letzten und um jeden Preis ist reine Ideologie und hat nichts mit Qualität zu tun." Beim Riesling und Scheurebe sowie bei den weißen Spätlesen ist die Restsüße, die aber im trockenen Bereich verbleibt, durchaus willkommen, um die kräftige Säure auszubalancieren.

Die Weine
Bernharts Anspruch, Fruchtigkeit und Intensität der Weine zu betonen, spiegelt sich im ganzen Sortiment wider. Die durchweg kräftige, aber perfekt ausbalancierte Säure sorgt für feine Eleganz und Spritzigkeit; prägnante Fruchtaromen lassen die sortentypischen Stärken in vollem Glanz erstrahlen.

 

Bei den hiesigen Standardsorten gehören die Schlumberger-Weine sicher in die erste Reihe der Region. Der schlanke, aber trotzdem intensive Gutedel Kabinett, die von Sortencharakter strotzenden Weiß- und Grauburgunder brauchen auch über das Markgräfler Land hinaus keinen Vergleich zu scheuen. Die klassisch-südbadischen Spätburgunder glänzen ebenfalls mit viel Frucht und Eleganz, einer angenehmen Säure bei dezenter Tanninstruktur. Aus

dem Spätburgunder wird zudem noch ein wunderbar klarer Weißherbst gekeltert (trocken und halbtrocken).

Seit dem Jahrgang 2000 gibt es eine neue Reihe, die bezeichnenderweise Pinot Noir heißt. Sie bietet hausintern die "burgundische" Alternative zum "Spätburgunder". Bei ähnlicher Fruchtigkeit sind bei ihr die Tannine spürbar präsenter, der Wein wirkt bei gleichem Alkoholgehalt kräftiger und voller als der Spätburgunder. Liebhabern dieser Traube muß man den Vergleich der beiden Ausbauarten empfehlen. Die Cabernet-Merlot-Cuvée zeigt, daß diese Traubensorten auch im Markgräfler Land ihr Potenzial entfalten können.

Die Scheurebe Spätlese präsentiert sich mit einem Strauß exotischer Fruchtaromen als idealer Begleiter asiatischer Gerichte, und man fragt sich, wofür die Schlumbergers eigentlich noch einen Sauvignon Blanc neu angepflanzt haben. Der "Scheu" hat alles, was man sonst von dieser allgegenwärtigen Traubensorten erwartet. Last not least: einer der seltenen Markgräfler Rieslinge, dem man seine hohe Herkunft - gleich über dem Rebstück beginnt der Bergwald, und der Boden ist hier deutlich kalkig-mineralisch - in der Nase wie im Mund deutlich anmerkt. Ein Riesling von Format, ganz sortentypisch und doch "mal was anderes" für die Liebhaber dieser Sorte.
(teilweise pro domo)


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www.schlumbergerwein.de